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WBK - Fühl ich! Der Vorstände-WBK 25/26 in Rumenohl

Einen Vorstände-WBK, dazu luden die Pfadfindenden des DPSG DV Essen ein, doch was ist eigentlich so ein WBK? Das klingt doch erstmal etwas abstrakt, daher gehen wir doch einfach mal heran, was es überhaupt so bedeuten soll?:

 

Der WBK steht für WoodBadge-Kurs, also einer Ausbildung innerhalb der Pfadfinderei, die dazu führt, dass die Absolvierenden dazu berechtigt sind, die Woodbadge-Klötzchen zu tragen. Doch was bedeutet das eigentlich?

Das Woodbadge ist die höchste internationale Ausbildungsstufe für Leiterinnen in der DPSG und schließt deren Grundausbildung ab. Im Kern steht ein persönliches, praxisorientiertes Projekt, das über mehrere Monate mit Coach-Begleitung durchgeführt wird. Es dient vor allem der vertieften Reflexion der eigenen Leitungsrolle und der pfadfinderischen Werte. Damit verbindet es die Trägerinnen weltweit mit einem Netzwerk engagierter Pfadfinder*innen.

Woodbadge? - Was ist´n das?

Das Wesentliche: Was ist das Woodbadge?

Das Woodbadge ist die höchste internationale Ausbildungsstufe in der Pfadfinderbewegung. Es ist der anerkannte Abschluss der Leiter*innen-Grundausbildung und wird weltweit vom Weltverband der Pfadfinder (WOSM) vergeben. In der DPSG ist es das Ziel der "Dritte Phase" der Leiterausbildung.

Der Name leitet sich von den traditionellen Abzeichen ab: zwei Holzklötzchen an einer Lederkordel (den originalen Perlen, die der Gründer Baden-Powell von einem afrikanischen Häuptling erhielt).

Die Woodbadge-Ausbildung in der DPSG: Struktur und Inhalte

Die Ausbildung in der DPSG ist in drei Phasen unterteilt, wobei die Woodbadge-Ausbildung die dritte und vertiefende Phase darstellt:

  1. Einstiegsphase: Grundlagen der Gruppenleitung (z.B. "Gruppenleiter*innenschulung").
  2. Aufbauphase/Modulausbildung: Vertiefung in spezifischen Themen (Pädagogik, Spiritualität, Projektmanagement).
  3. Woodbadge-Phase (Dritte Phase): Die persönliche Reflexion und Profilbildung als Leiter*in.

Kerngedanke der Woodbadge-Phase: Es geht nicht mehr primär um das Erlernen von Methoden, sondern um die persönliche Auseinandersetzung mit der eigenen Leitungspersönlichkeit, der Rolle in der Pfadfinderbewegung und der Umsetzung der pfadfinderischen Pädagogik in einem größeren Zusammenhang.

Typische Inhalte und Methoden:

  • Persönliches Projekt (Woodbadge-Projekt): Der Kern der Ausbildung. Die angehende Woodbadgerin bzw. der Woodbadger plant, durchführt und reflektiert ein größeres, eigenverantwortliches Projekt im oder für den Stamm/Distrikt/Diözese. Dies soll ein echtes Entwicklungsvorhaben sein (z.B. Aufbau einer neuen Stufe, ein internationales Projekt, eine innovative pädagogische Reihe).
  • Begleitetes Praxissemester: Die Umsetzung des Projekts und die weitere Leitungsarbeit werden über mehrere Monate von einer erfahrenen Mentorin/einem Mentor ("Coach") begleitet.
  • Woodbadge-Kurs: Ein mehrtägiger, oft residentialer Kurs (häufig auf Bundesebene oder in Zusammenarbeit mit anderen Verbänden). Hier treffen sich die Teilnehmer*innen zum intensiven Austausch, zur Reflexion und zur Arbeit an Themen wie:
    • Führungsethik und Leitungsstile
    • Spiritualität und Lebenspfad
    • Die weltweite Pfadfinderbewegung (WOSM)
    • Gesellschaftspolitische Verantwortung
    • Vertiefung der pfadfinderischen Methode

Bedeutung und Stellenwert in der DPSG

  • Qualitätssiegel: Es steht für eine fundierte, reflektierte und engagierte Leitungstätigkeit.
  • Persönlichkeitsbildung: Die Ausbildung gilt oft als prägende Lebenserfahrung, die weit über die Pfadfinderarbeit hinausreicht.
  • Vernetzung: Man wird Teil eines nationalen und internationalen Netzwerks von erfahrenen Leiter*innen.
  • Verantwortung: Mit dem Woodbadge übernehmen die Leiterinnen oft eine Vorbildfunktion und unterstützen jüngere Leiterinnen (Coaching, Kursleitung).

Aktuelle Entwicklungen und Diskussionen

Die Woodbadge-Ausbildung wird kontinuierlich weiterentwickelt. Aktuelle Schwerpunkte sind:

  • Flexibilisierung: Stärkere Berücksichtigung der individuellen Lebenssituationen von Ehrenamtlichen.
  • Digitale Begleitung: Nutzung von Online-Tools für Coaching und Austausch neben den Präsenzphasen.
  • Inhaltliche Schwerpunkte: Themen wie Inklusion, Nachhaltigkeit und Kinderrechte gewinnen an Bedeutung.

Zusammenfassung

Das Woodbadge der DPSG ist viel mehr als nur ein Kurs – es ist ein persönlicher Reifeprozess, der in einem großen Projekt mündet. Es verbindet die eigene Leitungspraxis mit den weltweiten Werten der Pfadfinderbewegung und schafft eine lebenslange Verbindung zur internationalen Pfadfindergemeinschaft. Wer das Woodbadge trägt, hat eine intensive Zeit der Reflexion, des Lernens und des Dienstes an Kindern und Jugendlichen durchlaufen.

"Wenn du dein Woodbadge hast, ist es nicht vorbei, sondern du fängst erst richtig an." – Eine oft gehörte Aussage unter Woodbadgern.

Ein ganz grober Überblich über die Kurswoche

Aber nun zur Kurswoche an sich:

“Was macht man denn da so?” wäre eine der ersten Fragen, die aufkommen. Das lässt sich natürlich sehr ausführlich beantworten, doch dazu würde die Beschreibung hier die Seite sprengen. Grundsätzlich beginnt nach der Ankunft alles mit dem Kennenlernen und darauffolgend mit Themenblöcken, in denen man sich über die Bedürfnisse und Wünsche der Gruppe und sich selbst bewusst auseinandersetzt. Man formuliert Lernziele, Wünsche und Bedürfnisse und setzt sich mit diesen auseinander.

Diskussion und Konsens...

Ein erheblicher Teil des (Vorstände-) WBK-Konzepts beeinhaltet das Durchführen der “Projektmethode” mit dem Fokus darauf, dass nach der Einigung in der Diskussion ein Konsens entstehen soll. Dies stellt natürlich eine besondere Herausforderung dar - 20 Personen, die sich erst sehr kurz kennen und nun ein Projekt erarbeiten sollen, mit dem sie (im Optimalfall) alle glücklich sind. Wie man sich vielleicht denken mag, bedeutet dies mitunter eine sehr lange Diskussion mit allen Beteiligten in der Gruppe.

Das Projekt

Gruppenfahrt nach Hagen, um mit Menschen in Kontakt zu kommen und Ausflug in die Kluterthöhle

Abschließende Worte und das Projekt

Erst einmal zusammengefasst: Die Kurswoche ist nichts wovor man Angst haben müsste, wie es bei den verbandsinternen Mhyten und Erzählungen vermuten lässt. Man lernt eine ganze Menge cooler Menschen kennen und lernt Methoden und Techniken, mit denen man auf sich selbst blicken kann, ebenso wie einiges über sich selbst - Dinge die einem vielleicht schon vorher bekannt waren, aber auch Neues.

 

Doch mit der Kurswoche ist es natürlich nicht so einfach getan. Mit Hausaufgaben und viel zu tun geht es dann doch nach Hause. Dazu kommt an anderer Stelle jedoch mehr, wenn die Hausaufgaben irgendwann mal fertig sind.

 

In diesem Sinne soll es das erst einmal gewesen sein. Sollten Fragen aufkommen, schreibt mir gerne eine Mail oder sprecht mich an, wenn ihr mir über den Weg lauft.

 

Gut Pfad!

 - Florian

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