Friedenslicht ist angekommen
Friedenslicht ist im Bistum angekommen
3000 Licht- und Friedensboten
Münster. Am Ende des Gottesdienstes im St.-Paulus-Dom in Münster war kein elektrisches Licht mehr notwendig: Hunderte von Teelichtern, Kerzen und Öllampen tauchten die Kirche in ein Lichtermeer. Das Friedenslicht aus Bethlehem ist am Sonntagabend (15.12.2002) in Münster angekommen und wird in den folgenden Tagen seine Reise durch das Bistum machen. Mehr als 3000 meist jugendliche "Lichtboten" waren gekommen, um gemeinsam mit Weihbischof Friedrich Ostermann mit der Flamme des Friedenslichtes symbolisch den Gedanken des Friedens weiterzureichen.
Das Licht komme aus einem Land, wo heute wie zu der Geburt Jesu Terror und Krieg herrsche, gab Weihbischof Ostermann zu Bedenken. Auch Jesus sei während der römischen Besatzung in eine Welt der Gewalt hinein geboren worden: "Nicht für sich, sondern für die Menschen, für Dich und für Euch." Er forderte die Jugendlichen auf, die Gesetze des Friedens immer wieder neu zu lernen und diese Gedanken mit dem Licht in das eigene Umfeld zu nehmen. "Werdet sensibel für die Nöte und Sorgen des anderen und zündet dann zusammen die Flamme des Friedens an." Weihbischof Friedrich Ostermann
feierte mit den Jugendlichen den
Aussendungsgottesdienst des
Friedenslichtes.Das Friedenslicht war in der Geburtsgrotte Jesu in Bethlehem entzündet worden und per Flugzeug nach Wien gelangt. Dort hatten es etwa 400 Pfadfinder aus 25 europäischen Ländern abgeholt und in die eigenen Diözesen und Landeskirchen gebracht. Zum ersten Mal hatten sich in diesem Jahr evangelische und katholische Pfadfindervertreter gemeinsam auf den Weg in die österreichische Hauptstadt gemacht. Auch eine Delegation aus Münster war in den letzten Tagen mit dem Zug nach Wien gefahren. Die "Aktion Friedenslicht" besteht seit 1994 und wird seitdem besonders von der internationalen Pfadfinderbewegung getragen.
"Es sind nicht die großen Geschenke, die Weihnachten zu einem Fest des Lichtes werden lassen, sondern das Licht, das mit Jesus auf diese Welt gekommen ist", erinnerte die Diözesankuratorin der Pfadfinderinnenschaft St. Georg im Bistum Münster Conny Thoben die Jugendlichen an den Hintergrund der Symbolik. Das Licht habe dabei vielfache Bedeutung: "Es kann unseren Blick erhellen oder einen anderen Menschen in einem anderen Licht erscheinen lassen."Malte Kleinsteinberg kannte schon
den künftigen Weg seines
Friedenslichtes.Mit der diesjährigen Aktion wollen die großen Pfadfinderverbände in Deutschland besonders ihre Solidarität mit den von Krieg und Terror betroffenen Menschen in Israel und Palästina bekunden. Sie appellieren damit auch an die Politiker in Deutschland, sich mit alle ihren Möglichkeiten für ein Ende des Nahost-Konfliktes einzusetzen. Das Friedenslicht soll als Mahnung verstanden werden, sich überall für den Frieden zu engagieren – im privaten Umfeld, am Arbeitsplatz und eben auch in der Politik.
"Ich werde das Licht nicht nur in meinen Pfadfinderstamm nach Schermbeck bringen, sondern auch ein Kerze meiner Oma damit entzünden", hatte sich Malte Kleinsteinberg mit seinem frisch entzündeten Windlicht am Ende des Gottesdienstes im münsterschen Dom vorgenommen. "Sie zündet immer sehr viele Kerzen an, aber diese Kerze wird etwas Besonderes sein."
So wie das Licht des 11-Jährigen wird die Flamme in den nächsten Tagen nicht nur nach Schermbeck sondern in alle Teile des Bistums wandern. In Rathäuser, Kirchen, Einkaufszentren, Krankenhäuser und Privathäuser wird damit ein Stück der friedlichen Botschaft einziehen. Am Montag (16.12.2002) wird Weihbischof Heinrich Jassen um 20 Uhr im Xantener Dom in einem weiteren Gottesdienst das Friedenslicht in die Regionen des Niederrheins aussenden.